Warum lösen erfolgreiche, vermögende Frauen immer noch Ablehnung aus?
Warum ist Reichtum bei Frauen noch immer scham-behaftet? Ein Blick auf Backlash-Effekt, Rollenbilder und die Psychologie hinter dem Hass
Wir alle kennen das: Ein Mann, der Millionen verdient, ist ein „Self-made-Man!“ Eine Selfmade-Frau gilt als „kalt“, „unweiblich“ oder „hat wohl Quote gehabt“. Dieses Ungleichgewicht ist kein Zufall – es ist psychologisch gut erforscht.
Die Sozialpsychologie kennt dafür einen Namen: den Backlash-Effekt. Er beschreibt, dass Frauen, die sich durchsetzungsstark, ehrgeizig und dominant verhalten – also all das, was von erfolgreichen Führungspersonen erwartet wird – zwar als kompetent eingeschätzt werden, gleichzeitig aber sozial abgestraft werden: als unsympathisch, kalt, „zu männlich“. Männer, die exakt dasselbe Verhalten zeigen, erhalten diese Strafe nicht.
Der Grund liegt in tief verankerten Rollenerwartungen: Männern wird Durchsetzungsvermögen zugeschrieben, Frauen Fürsorge und Wärme und Mütterlichkeit. Verlässt eine Frau dieses Muster, wird das von ihrem Umfeld unbewusst als Regelverstoß wahrgenommen – und genau das führt zu jenem diffusen Unbehagen, das sich als Scham, Neid oder offene Ablehnung äußert.
In unserem Interview-Roman Die Milliardärin – was Sie schon immer eine Milliardärin fragen wollten stehen solche Frageblöcke im Mittelpunkt!
Die Karrierefrau als Anomalie im System
Das Ergebnis: Eine finanziell extrem erfolgreiche Frau wird nicht als logische Konsequenz von Fleiß und Talent gelesen, sondern als Abweichung, die erklärt werden muss. „Wie hat sie das geschafft?“ ist selten eine neutrale Frage – sie unterstellt oft implizit, dass Erfolg bei einer Frau erklärungsbedürftig, um nicht zu sagen widernatürlich ist; bei einem Mann dagegen selbstverständlich.
In unserer Romanserie „Die Milliardärin“ drehen wir genau dieses Muster um. Unsere Protagonistinnen entschuldigen sich nicht für ihren Reichtum, erklären ihn nicht, relativieren ihn nicht. Das ist kein Zufall, sondern die bewusste literarische Antwort auf ein reales gesellschaftliches Phänomen.